verMIST! - zum Nachdenken



Gerade im Hochgebirge laufen die Naturprozesse sehr langsam ab (auch im Sommer). Dies ist u.a. auf die klimatischen Verhältnisse mit extremen Temperaturunterschieden, hohen Strahlungsintensitäten und kurzen Vegetationszeiten zurückführen. 

Diese extremen Verhältnisse verstärken sich laufend mit zunehmender Höhe. Den Kleintieren im Gebirge ist es deshalb nicht möglich, die Abbau- und Verrottungsprozesse so rasch wie möglich durchzuführen. Dafür ist der Sommer im Gebirge einfach zu kurz. 

Es dauert oft viele Jahre und Jahrzehnte (je nach Höhenlage und Standort) bis eine vermeintlich endgültige Verrottung  abgeschlossen ist. Vielerorts findet nämlich auch eine regelrechte Konservierung statt, sodass selbst nach vielen Jahren dunkle und schrumpelige Gebilde herumliegen, auf denen man noch  das Chiquita-Etikett erkennen kann.

Das gleiche gilt auch für die Papiertaschentücher, die ebenfalls jahrelang unliebsame Begleiter  entlang von Wegen und Steigen darstellen.  

Ein großes Problem stellen auch die Zigarettenstummel dar. 1.000 Liter Wasser  verunreinigt ein einziger Stummel und die Verrottung dauert ca. 5 Jahre.

Es passt einfach nicht zusammen, dass man womöglich zu Hause ordentlich seinen Abfall trennt, jedoch den Naturraum plötzlich als Abfalleimer bewusst oder unbewusst verwendet.

Der Österreichische Alpenverein richtet deshalb einen Appell an alle Bergbegeisterten, den gesamten Abfall wieder im  Rucksack mit ins Tal zu nehmen.
 
(Quelle: Alpenverein Innsbruck)
14
Jul12