Kletterurlaub Wolfgangsee

 
Der Mai war immer schon einer unserer Lieblingsmonate. Zum einen weil sich der Schnee nun schon langsam zurückzieht und wir unsere Schneeschuhe und Ski endlich wieder gegen Bergschuhe und Kletterpatschen eintauschen können und zum anderen weil er immer so viele tolle Feiertage bereithält, was uns die Chance gib, in unser Outdoormobile zu hüpfen und für ein paar Tage wieder unter freiem Himmel zu wohnen.
 
Für den diesjährigen Feiertag rund um Christi Himmelfahrt, haben wir uns den wunderschönen Wolfgangsee zum Ziel gemacht…
 
 
….und uns am Campingplatz Birkenstrand für die nächsten paar Tage häuslich eingerichtet.
Na wenn das nicht ein super Omen für eine tolle Zeit ist!
 
 
Nachdem wir uns im Vorfeld nochmal genau mit der Thematik Mehrseillängenklettern, Standplatzbau, Abseilen und Co beschäftigt hatten, hier nochmal ein fettes DANKE an Alex für die Tips und Tricks, …
 
 
….galt auch unser Hauptaugenmerk in diesem Urlaub dem Klettern und unsere Spielwiese war ein 830m hohe Felsbrocken in St. Gilgen namens Plombergstein.
Der kleine grünbewachsene Hügel hat auch einiges zu bieten, ob Sportklettern oder Mehrseillängen, leichte bis richtig schwere Routen, hier ist alles dabei.
 
 
Unsere erste Wahl fiel auf die Route Äskulap die mit 8 Seillängen, 155 Meter und einer Schwierigkeit von 4+ eine der leichtesten Mehrseillängentour hier ist.
 
 
Foto: Wikipedia.org
Wie wir im laufe unserer Begehung erfahren sollten, stammt die Bezeichnung der Tour von der gleichnamigen Natter, die hier in den Felsen ihr zuhause haben soll.
Manchmal ist es von Vorteil wenn man gewisse Sachen nicht im vorhinein weis ;) und zu Gesicht bekommen haben wir das Tierchen auch nicht, bin aber auch nicht zu traurig deswegen.
 
 
So aber jetzt erst mal ran an den Fels und auf in die erste Seillänge.
 
 
Für alle diejenigen, die sich das mit dem Mehrseillängen Klettern nicht vorstellen können, das funktioniert jetzt wie folgt: Einer klettert hinauf und sucht sich seinen Weg nach oben, im besten Fall hat man sich vorher schon mal die Topo (grafische Darstellung) dieser Tour angesehen und weiß wo es in etwa langgehen sollte.
 
 
Der Zweite steht wie gewohnt unten, gibt fleißig Seil aus und passt auf das Nr. Eins immer gut gesichert ist.
 
 
 
Eingehängt wird an eingebohrten bzw geklebten Haken,
 
 
...oder an Sanduhren mittels einer Bandschlinge. Zum Glück konnten wir einige dieser Sanduhren hier finden und die doch noch etwas gewöhnungsbedürftig langen Abstände der Haken dadurch verkürzen. 
 
 
Der einzige Unterschied zum "normalen" bzw Sportklettern ist nun, dass man, hatt man sein Zwischenziel (Standplatz) erreicht, den Kletterer von unten auch nach oben holt….
 
 
….eine komplette Materialschlacht in der Wand veranstaltet….
 
 
…. und dafür auch noch mit genialen Ausblicken belohnt wird.
 
 
Dann ist Nr. Zwei dran, sich die nächste Seillänge im Vorstieg zu holen und so gehts bis ganz nach oben.
Die Seillänge im Bild ist übrigens die Schlüsselstelle dieser Tour - eine nette Reibungskletterei auf einer 20 Meter langen Platte.
 
 
Ein Gipfelkreuz gab es zwar nicht hier oben, aber dafür konnten wir uns ins Wandbuch dieser Tour einschreiben, was für uns fast genauso schön war.
 
 
Die letzten zwei Seillängen haben wir dann auch gleich zu einer verbunden, wobei zu sagen ist, dass eine Seillänge hier nicht wörtlich genommen die gesamte Länge unseres Seils bezeichnet, sondern nur den Streckenabschnitt zwischen zwei Standplätzen und dieser variierte in dieser Tour zwischen 15 und 25 Meter. 
 
Nach knapp 2h klettern hatten wir unsere erste Mehrseillängen Route erfolgreich gemeistert und genossen das Panorama in vollen Zügen. Was für ein geniales Erlebnis. 
 
 
Der Abstieg erfolgte unschwierig durch einen wunderschönen Wald nach unten...
 
 
...vorbei an zahlreichen Felsen, die uns schon wieder vom nächsten Abenteuer träumen ließen.
 
 
Das ganze gibts für euch natürlich auch noch mal zum Mittklettern hier am Bildschirm. Na dann viel Spaß und ROCK ON.
10
May18